Der Basenji

Über den Basenji

Den Rassestandard des Basenjis will ich nicht explizit ausführen – hierüber kann man sich auf diversen Seiten im Internet zur Genüge informieren.
Zum Beispiel auch auf der Seite des 1. Basenji Klub Deutschland von 1977 e.V.

Stattdessen findet man hier sehr viele Tipps und Tricks und meine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dem Basenji! All dies sind Erfahrungen, die ich seit 1995 im Zusammenleben mit dieser wundervollen Rasse gemacht habe.
Es gibt auf dieser Seite sehr viele Informationen über die Rasse, bitte nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie sich alles ganz genau durch!!!
Ich bin der Meinung, das Interessenten der Rasse genau darüber aufgeklärt werden sollten, um was für eine Rasse es sich beim Basenji handelt und welche Eigenheiten und Besonderheiten Basenjis haben!

Der Basenji ist eine seltene, wunderschöne, ursprüngliche, selbständige, intelligente und faszinierende Rasse, und ich bin jeden Tag aufs Neue fasziniert von meinen Hunden, bzw von der Rasse!
Aber ich bin auch immer mal wieder genervt von ihrer Sturheit, was den Gehorsam angeht, ihrem unbändigen Jagdtrieb und ihrem Dominanzgehabe!
Ein Basenji ist mit all seinen Eigenheiten und Besonderheiten bestimmt nicht der Hund für jedermann, da sie – im Gegensatz zu vielen anderen Hunden – noch nicht so lange für das Zusammenleben mit dem Menschen gezüchtet werden.
Sie haben sich sehr viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt, und sie verzeihen Fehler im Umgang mit ihnen nicht so leicht, wie andere Rassen!

Von 1868 bis 1871 entdeckte der deutsche Afrika-Forscher Georg Schweinfurth den Basenji im zentralafrikanischen Kongo und er wurde dort von den Pygmäen als Helfer für die Jagd eingesetzt.
Schweinfurth beschrieb die Hunde als glatte und kurzhaarige kleine Rasse mit immer aufrecht stehenden Ohren, einem dünnen, gerollten Schwanz, meist gelbbraun und um den Hals befindet sich ein weißer Ring. Damit sich die kleinen Hund nicht im Steppengras verliefen, bekamen sie häufig eine Glocke aus Holz um den Hals.
Auch heute noch leben die Basenjis mit Pygmäen zusammen der Republik Kongo im Ituri-Regenwald und gehen ihrer ursprünglichen Verwendung nach. Die Pygmäen waren auch maßgeblich für den Namen der Rasse verantwortlich. In ihrer Lautsprache klingt es wie „Basenschi“.
Dies bedeutet sehr treffend „kleines wildes Ding aus dem Busch“.
Der Basenji hat außerdem auch folgende Bezeichnungen:
Up and down Dog, Nyam-Nyam, Congo Terrier,  African Bush Dog

Basenjis sind Urhunde/Pariahunde und aus diesem Grund werden Basenjihündinnen in der Regel nur ein Mal im Jahr läufig. Eine weitere Besonderheit ist es, dass die meisten Basenjihündinnen relativ zeitgleich läufig werden, d.h. in der Regel in der Zeit von September-November.
Bei einer Tragzeit (Schwangerschaft) von 63 Tagen werden die Welpen dann im Zeitrum von November – Januar geboren und in der Regel ziehen die Basenjiwelpen im Alter von 8-12 Wochen in ihr neues Zuhause, d.h. in der Zeit von Januar – März.
In sehr, sehr seltenen Fällen haben Basenjihündinnen Frühjahrs/Sommerläufigkeiten, dies ist aber eine große Ausnahme und mir in meiner Msumari`s Basenjizucht (leider) noch nicht gelungen.
Aus diesem Grund ist es nur sehr selten möglich, wie bei anderen Rassen, einen Welpen zu einer bestimmten Jahreszeit, also zum Beispiel im Sommer zu bekommen!
Dies sollte man beachten, wenn man sich überlegt, einen Basenji als Familienmitglied aufzunehmen!
Ich habe sehr oft Welpeninteressenten, die sich lange Zeit vorher, zum Teil sogar Jahre vorher bei uns persönlich vorstellen und für einen Welpen aus meiner Zucht angemeldet haben!
Deshalb ist es ratsam, frühzeitig mit uns in Kontakt zu treten, wenn man sich für einen Msumari`s Basenjiwelpen interessiert!
Viele wichtige Infos über meine Zucht und bzw. Msumari`s Welpenleben gibt es hier!

Der Basenji – der besondere Hund für den besonderen Menschen

So oder so ähnlich hört und liest man immer über den Basenji…
Dann will ich mal – aus meiner Sicht – ein bisschen über diesen „besonderen Hund“ berichten:

Besonders gut sozialisieren…
sollte man einen Basenji, sonst wird er oft sehr unverträglich gegenüber Mensch und Tier!
Ich kenne einige Basenjis, die sich von Fremden nicht anfassen lassen und gänzlich unverträglich anderen Hunden gegenüber sind!
Es kommt leider auch immer wieder vor, dass Basenjis ihre eigenen Besitzer beißen, wenn die Bindung zu ihnen nicht optimal ist, und wenn grundlegende Fehler im Umgang mit ihnen gemacht werden!
Der Basenji ist von Natur aus Fremden und Fremdem gegenüber zurückhaltend – dieser Charaktereigenschaft gilt es von klein auf, z.B. durch eine gute Welpenschule und viel Kontakt zu anderen Menschen und gut sozialisierten Hunden entgegenzuwirken!

Besonders gut auslasten…
sollte man einen Basenji!
Zum Einen am Besten durch besonders lange, abwechslungsreiche Spaziergänge, mindestens 2-3 x am Tag mit einer Dauer von insgesamt 2-3 Stunden!
Das heißt im Klartext, das der Basenji am Tag 10-15 Kilometer Auslauf braucht!
8 Gassi am Tag, nur mal kurz 10 Minuten um die Ecke lasten einen Basenji nicht aus!
Wenn möglich sollte die Spaziergänge mit Freilauf sein, oder zumindest an der Flexi oder an der langen Schleppleine, damit man dem Bewegungsdrang eines Basenji gerecht werden kann!
Zum Anderen sollte man den Basenji z.B. durch Versteckspiele, Tricks, Ballspiele o.ä. fordern.
Ein Basenji läuft auch gerne mit am Fahrrad, oder man geht mit ihm inlinern.
Dieser energiegeladene, intelligente Hund muss tagtäglich körperlich wie geistig – gefordert werden! Ein unausgelasteter Basenji neigt zu Zerstörungswut, um seine überschüssigen Energien abzubauen!

Besonders gut erziehen…
muss man einen Basenji, will man ihn – und das auch nur an besonders sicheren  wild-und autofreien Stellen – ohne Leine laufen lassen! Tut man dies nicht, wird man diesen besonderen Hund ein Leben lang an der Leine führen müssen, ist die Gefahr doch einfach zu groß, dass er davonläuft und überfahren oder vom Jäger erschossen wird!
An der Leine geführt, sind fast alle Basenjis wegen der meist mangelnden Erziehung, wahre Zerrmonster – immer am Anschlag, was die Leine hergibt. Einem Basenji Leinenführigkeit beizubringen erfordert sehr viel Geduld, Konsequenz, eine seht gute Führung und Erziehung!

Besonders sensibel…
sollte diese Erziehung aber sein, neigt der Basenji doch dazu, bei ungerechtfertigter Strenge oder zu starker Dominanz total zu zumachen – Druck funktioniert nicht!
Die Erziehung muss besonders liebevoll, besonders fantasievoll aber trotzdem besonders konsequent sein.
Kadavergehorsam liegt einem Basenji nicht. Wer einen solchen fordert, sollte sich besser eine leichtführigere Rasse anschaffen.

Besonders sturköpfig…
ist der Basenji recht häufig, was sich meist in der Erziehung bemerkbar macht!
Belohnung mittels Spielzeug funktioniert selten, eher noch lässt der Basenji sich durch Leckerlies motivieren. Allerdings pfeift er trotzdem recht häufig auf Belohnung, und geht lieber seinen eigenen, selbstbelohnenden Interessen, wie z.B. Jagen nach!

Besonders ausgeprägt…
ist der Jagdtrieb des Basenji! Seine ursprüngliche Aufgabe bestand darin, zu stöbern und das Wild vor sich her zu treiben. Daher liegt dem Basenji die Jagd im Blut und sie macht ihm sehr viel Spaß. Dadurch lässt sich sein Jagdtrieb auf alles auch nur sehr schwer kontrollieren! Der Verhaltenskomplex der Jagd ist beim Basenji auch noch vollständig erhalten, und kann mit dem Töten der Beute enden!

Besonders aufmerksam…
ist der Basenji immer! Wenn er in der freien Natur unterwegs ist, sieht jede Bewegung, jeden anderen Hund, jede Katze, jeden Vogel, ja jedes Blatt, das vom Baum fällt –  auch in weiter Entfernung! Mit einem Basenji spazieren gehen bedeutet immer, alle Aufmerksamkeit auf die Umgebung und auf den Hund zu richten, um alles vor ihm zu sehen, und rechtzeitig reagieren zu können, vor allem, wenn er in wild-und autofreien Gebieten ohne Leine läuft!

Besonders schwierig…
ist der Basenji, wenn er auf seinesgleichen trifft! Basenjis bringen ihren Unmut meist sehr lautstark zum Ausdruck, wenn sie auf einen fremden Basenji treffen!
Anderen Hunden hingegen begegnen sie in jungen Jahren – sofern sie gut sozialisiert wurden – meist mit großer Spielfreude! Dies ändert sich aber dann meist in zunehmendem Alter, außerdem ordnen sich Basenjis in der Regel nicht so leicht unter, und ein Zusammentreffen mit anderen dominanten Hunden birgt oft Probleme!

Besonders territorial…
verhält sich der Basenji in seinem eigenen Revier bzw in „seiner“ Wohnung! Hunde, die nicht zum eigenen Rudel gehören, sich aber trotzdem mit ihm sein Revier/Haus teilen müssen, werden oft inbrünstig gehasst und ein Aufeinandertreffen endet oft mit einer Beißerei – vor allem bei Rüden.
Fremde Hunde lässt ein Basenji nicht so ohne weiteres in sein Revier/seine Wohnung/sein Haus/seinen Garten und sogar bei Hunden die er kennt, gibt es in dieser Hinsicht am Anfang oft Probleme!

Besonders schreckhaft…
sind viele Basenjis. Allerdings war diese Schreckhaftigkeit, bzw ständige Fluchtbereitschaft für einen Basenji im Busch die einzige Möglichkeit, im harten und gefährlichen Alltag zu überleben! Ein Basenji wird vor etwas Unbekanntem immer eher zurückweichen, als auf Angriff zu gehen.

Besonders ausbruchsicher…
sollte man seinen Garten machen – versucht der Basenji doch stets, Zäune und Hürden zu überwinden, oder sich darunter durchzugraben. Sie sind Sprungkünstler, und sie versuchen mit ihrem ausgeprägten Willen immer, ihr Ziel zu erreichen! Der Zaun sollte also hoch genug sein, ein Zaun in der Höhe von nur einem Meter kann von einem Basenji mal ganz locker übersprungen werden! Manche Basenjis sind auch wahre Kletterkünstler und ein Maschendrahtzaun ist kein Hindernis um ans Ziel zu kommen!
Haustüren und Fenster sollten immer gut verschlossen sein!
So mancher Basenji ist schon verlustig gegangen, weil man die Türe nur kurz angelehnt hat, um den Abfall hinaus zu bringen oder weil er aus dem Fenster im ersten Stock gesprungen ist, weil er eine Katze oder ein anderen Hund gesichtet hat!

Besonders wärmeliebend…
ist der Basenji! Deshalb ist es auch keine Verhätschelung, wenn man dem Basenji im Winter einen Mantel anzieht – er wird es seinem Besitzer danken! Der Basenji hat nämlich keine Unterwolle, und der Bauch ist nahezu ohne Fell!
Lange Spaziergänge im Winter sind in der Regel kein Problem, solange der Basenji sich gut & schnell bewegen kann. Allerdings wird er sofort anfangen ganz erbärmlich zu zittern, wenn er stehen bleiben muss! Und man braucht es erst gar nicht zu versuchen, einen Basenji im Schnee absitzen zu lassen!
Wenn ein Sonnenplatz oder ein Platz am Ofen zur Verfügung steht, wird man den Basenji dort finden! Er lässt sich in seinem Körbchen auch sehr gerne zudecken bzw schläft gerne in einer Höhle.

Besonders hartnäckig…
ist der Basenji, wenn es darum geht, bei seinen geliebten Besitzern mit im Bett zu schlafen.
Da er extrem wärmeliebend ist und den körperlichen Kontakt zu seinen Menschen über alles liebt, wird er immer wieder versuchen, mit ihnen im Bett zu schlafen. Lassen sie ihm seinen Willen! Ich kenne Basenjibesitzer, die schlafen mit 5 oder mehr Basenjis im Bett!

Besonders hasst…
der Basenji den Regen! Fast alle Basenjis machen auf dem Absatz kehrt, wenn es draußen regnet! In der Regel versucht ein Basenji bei Regen sein Geschäft so schnell wie möglich zu verrichten, um gleich wieder heim ins Trockene zu kommen! Sitz oder Platz funktioniert auch hier nicht!
Das alles heißt aber nicht, dass Basenjis grundsätzlich wasserscheu sind – es gibt durchaus ein paar Basenjis die gerne schwimmen.

Besonders sauber…
ist der Basenji! Sein kurzes Fell hat keinen typischen Hundegeruch – auch bei Nässe nicht! Der Basenji ist sehr reinlich und putzt sich oft wie eine Katze! Selbstverständlich haart auch der Basenji! Das eine Individuum mehr, das andere weniger! Haaren tun sie aber alle – durch die fehlende Unterwolle allerdings nicht so stark, wie andere Hunde.

Besonders laut…
ist der Basenji nicht, kann er doch als Ur-Hund nicht bellen. Allerdings ist er nicht stumm!
Er knurrt & winselt wie jeder andere Hund, hat aber auch ein großes Repertoire an ganz besonderen Lauten, die man als „Jodeln“ bezeichnet.
Seinen Unmut kann der Basenji sehr lautstark verkünden, indem er heult oder aber auch richtiggehend schreit!
Vor allem wenn er alleine gelassen wird, kann der Basenji in lang andauerndes und nervtötendes Geheul ausbrechen!

Besonders zickig…
sind Basenjihündinnen vor, während und nach der Läufigkeit! Basenjihündinnen werden normalerweise nur einmal im Jahr, in der Regel im Herbst läufig. Gelegentlich gibt es Sommerläufigkeiten – diese sind aber die Ausnahme.
In der Zeit der Läufigkeit sind die Hündinnen auf der einen Seite sehr viel ruhiger, verschmuster, folgsamer und verfressener als normalerweise, auf der anderen Seite aber auch sehr viel zickiger gegenüber anderen Hunden – auch im eigenen Rudel!
Rüden, vor allem Deckrüden, sind in dieser Zeit oft unausstehlich, markieren mehr als gewöhnlich, fressen schlechter und können tagelang in nervtötendes Gejammer und Geheul ausbrechen!

Besonders zwiespältig…

bin ich, was das Zusammenleben von Säuglingen und kleinen Kindern mit Basenjis angeht!
Ein Basenji braucht sehr viel Zuwendung und Zeit, die meines Erachtens oft nicht in genügendem Maße vorhanden ist, wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Basenjis sind einfach keine Rasse, die so mal nebenher läuft! Sie brauchen, genau so wie kleine Kinder extrem viel  Aufmerksamkeit, vor allem in jungen Jahren! Die Zeit, die man dem Kind widmet, fehlt in der Regel dem Hund und umgekehrt!
Außerdem haben Basenjis oft Probleme mit den unkoordinierten Bewegungen von Kleinkindern und Säuglingen, und fühlen sich bedroht. Größere Kinder sind schon etwas unabhängiger und sie sind in der Regel kein Problem, kann man ihnen doch die Besonderheiten der Rasse nahe bringen.
Durch die Eigenarten des Basenjis, seinem Jagdtrieb, seiner Dominanz und seiner trotz seiner geringen Größe durchaus körperlichen Stärke ist es nicht möglich, dass Kinder mit einem Basenji alleine spazieren gehen! Selbst als Erwachsener muss man aufpassen, dass einem die Leine nicht entgleitet, wenn der Basenji einen Satz auf die Seite macht, weil er zum Beispiel einem Vogel hinterher springt!

Besonders langlebig…
sind Basenjis. Sie sind Ur-Hunde und in der Regel sehr gesund. Ein Basenji kann leicht über 15 Jahre alt werden. Dies sollte man immer Bedenken, wenn man sich für einen Basenji entscheidet. Basenjis sind bis ins hohe Alter sehr fit und agil!

Besonders gerne…
fetzt der Basenji auf der Hunderennbahn oder beim Coursing dem künstlichen Hasen hinterher. Wer einmal den glücklichen Ausdruck seines Basenjis nach einer Rennrunde gesehen hat, wird seinem Liebling diesen Spaß immer wieder gönnen.

Besonders ungerne…
werden Basenjis für längere Zeit alleine gelassen! Wer einen Fulltime-Job hat, und seinen Hund nicht mitnehmen kann, oder Familienangehörige hat, die sich um den Hund kümmern, sollte davon Abstand nehmen, sich einen Hund – egal welche Rasse – anzuschaffen! Wird ein Basenji genügend ausgelastet, dann kann er auch für kurze Zeit alleine gelassen werden, aber nie für einen ganzen Tag!
Allerdings gibt es einige Basenjis, die sehr darunter leiden, wenn sie alleine gelassen werden! Sie haben richtiggehend Verlassenheitsängste und heulen oder weinen die ganze Zeit, wenn sie alleine sind, auch wenn sie vorher genügend ausgelastet wurden.
Dies kann sehr nervig sein und ist für die Tier-Mensch-Beziehung sehr belastend!
Deshalb sollte mit dem Training, den Hund phasenweise und für kurze Zeit alleine zu lassen sehr früh angefangen werden.

Besonders schwer…
fällt es mir persönlich, meine Basenjis – und sei es auch nur für einen Tag – in fremde, oder auch vertraute Obhut zu geben! Es braucht schon eine gewisse Erfahrung, um auf einen Basenji aufzupassen!
Ich habe immer ein komisches Gefühl und vermisse meine Mädels schon von der ersten Minute an schrecklich!
Mein/unser Leben ist vollends auf die Hunde ausgerichtet! Wir gehen nur dort essen, wo die Hunde erlaubt sind, unser Haus ist voller Hundekörbchen, sie gehen mit mir zur Arbeit, wir planen unseren Urlaub mit den Hunden, sie leben mit uns bei uns und wir lieben sie ganz einfach!!!

Der besondere Mensch, der sich nun über all diese Besonderheiten im Klaren ist und ihnen Rechnung tragen kann, wird in einem Basenji einen idealen Begleiter finden!
Dieser lebenslustige, vitale, intelligente, sensible, tolle kleine Hund ist dann eine absolute Bereicherung – aber auch Herausforderung – für einen Hundeliebhaber!!!

Im Folgenden werde ich nun auf einige Schwerpunkte, die mir sehr wichtig sind, etwas näher eingehen!

Der Basenji – der nicht haarende Allergikerhund?
Eine völlige Fehlinformation!

Zuallererst möchte ich auf ein Thema eingehen, dass mir persönlich sehr unter den Nägeln brennt!

Mittlerweile ist bei einem Großteil der Anfragen nach einem meiner Welpen die Antwort auf meine Frage, wie man denn auf die Rasse Basenji kommt, die, dass der Basenji ja ein Allergikerhund sei und nicht haaren würde!
Das hätte man im Netz gelesen!
Als zweiter Grund wird meist die Optik angegeben!

Leider stehen nicht das Wesen und die Eigenschaften des Basenjis an erster Stelle, sondern die Optik, die vermeintliche Eignung für Allergiker und sein scheinbar nicht vorhandener Fellwechsel!

Der Basenji ist optisch ein wunderschöner Hund, edel im Aussehen, klein, kompakt und kurzhaarig.
Das stimmt! Basenjis sind – in meinen – Augen wunderschön!
Und er soll ja nicht haaren.
Das stimmt definitiv nicht!
Der Basenji verliert, wie jede andere Rasse auch seine Haare!
Und diese Haare sind sehr kurz, stachelig, pieksen sich demzufolge in jeden Stoff und sind deshalb relativ schwer zu entfernen. Wenn ich einen meiner Mädels auf dem Schoss habe und ein schwarzes T-Shirt oder Hose anhabe, kann man deutlich erkennen, dass sie einiges an Haaren fallen lassen, je nach Jahreszeit natürlich mehr oder weniger! Niemals aber stehe ich auf, ohne dass meine Kleidung voller Haare ist!
Die meisten Basenjis haben allerdings keine richtige Unterwolle, demzufolge ist der Fellwechsel zum Wechsel der Jahreszeiten im Frühjahr und Herbst nicht so ausgeprägt, wie bei anderen Rassen!
Aber nichts desto trotz verlieren sie Haare und je nach Individuum auch nicht zu knapp!

Viele Jahrtausende lebt der Mensch und der Hund nun schon zusammen, aber man geht aber davon aus, dass Menschen erst seit einiger Zeit allergisch auf Hunde reagieren.
Bedingt durch die heutige Haltung, oft in der Stadt, hat der Hund heute meist wenig Möglichkeiten, seine natürliche Verhaltensweise auszuleben und viele Hunde werden nicht mehr auf natürliche Weise gehalten, was in der heutigen Zeit auch kaum mehr möglich ist.
(Man muss in diesem Zusammenhang zum Beispiel nur einmal an einen Husky denken!)

Bei einer Hundehaarallergie reagiert der Mensch nicht auf die Haare des Hundes, sondern durch die im Urin oder Speichel enthaltenen Allergene. Und jeder Hund pflegt sein Fell indem er dieses ableckt.
Der Basenji ist ein sehr reinliches Tier und putzt sich sehr gerne und viel, so gelangen dann die Allergene in das Fell.
Allerdings darf man sich diese Reinlichkeit nicht so vorstellen, dass der Basenji sich brav die Füße abputzt, wenn er nach einem Spaziergang dreckig nach Hause kommt. Wenn er nicht abgetrocknet und gesäubert wird, dann scheint ihm nichts mehr Spaß zu machen, als so dreckig wie er ist über Couch und Teppich zu Toben! Der Drang, sich zu geräuschvoll zu Putzen beginnt meist genau dann, wenn das Herrchen es gerade überhaupt nicht brauchen/hören kann!
Je nach Jahreszeit verliert der Hund dann unterschiedlich viele Fellhaare und wie schon erwähnt, tut dies auch auch der Basenji!
Manche Menschen reagieren auf bestimmte Rassen gar nicht und auf andere besonders stark, denn das Allergie auslösende Potential bei den einzelnen Hunderassen ist sehr unterschiedlich. Langhaarige Hunde verursachen oft weniger Allergien als kurzhaarige Hunde.
Zudem soll es Kreuzallergenität zu Katzen geben, da auch bei Hunden Allergie auslösende Stoffe vorkommen, die stark denen des Katzenepithels ähneln.

Ich selber habe  Welpenbesitzer, die auf die Haare des langhaarigen Schäferhundes reagieren, auf die des langhaarigen Retrievers und des Basenjis zum Glück nicht.
Es gibt deshalb keinen Allergikerhund, sondern eben Rassen auf die man persönlich reagiert oder aber eben halt nicht!
Ob der Basenji dazugehört oder nicht kann man nie im Vorfeld sagen!
Wenn man Allergiker ist und sich einen Hund/Basenji anschaffen möchte, dann sollte man zuerst einmel bei einem Hauspezialisten einen Allergietest machen, um eine grundsätzliche Reaktion auf Hunde festzustellen bzw abzuklären!
Dann sollte man sich über eine längere Zeit in den Räumlichkeiten eines Hunde/Basenjizüchters aufhalten um zu sehen, ob man auf die Basenjihaare, die dort in der Regel zur Genüge vorhanden sind reagiert!

Der Besuch von Welpeninteressenten mit Allergien über längere Zeit hier in unseren Räumen und mit meinen Basenjis  ist für mich immens wichtig, um zu sehen, ob auf die Haare reagiert wird. Wer bei einem Besuch schon einen Schnupfen oder ein Kribbeln in der Nase verspürt sollte sich dann besser nach einer anderen Rasse umschauen. Alternativ kann man auch eine Haarprobe nehmen und von seinem Arzt einen Provokationstest mit der Haarprobe durchführen lassen.
Es wäre für mich als Züchter wirklich schlimm, wenn einer meiner liebevoll aufgezogenen Welpen sein neues Zuhause nach einiger Zeit wieder verlassen müsste, weil ein zweibeiniges Familienmitglied plötzlich auf die Haare reagiert!

Fazit:
Basenjis verlieren Haare und Basenjis sind keine Allergikerhunde!

Viel, viel wichtiger bei der Wahl einer Rasse sind die Eigenschaften der betreffenden Rasse und ob man dieser Rasse und seinen Bedürfnissen auch gerecht werden kann!

Im Weiteren finden Sie nun weitere wichtige Informationen über den Basenji, über diese so faszinierende aber in vielen Belangen auch nicht so ganz einfache Rasse!

Der Jagdtrieb

Basenjis leben in ihrem ursprünglichen Habitat in losem Verband mit den Eingeborenen. Sie haben daher auch nicht die Bindung zum Menschen, wie man es von gezielt gezüchteten Hunderassen kennt.
Sie werden in der Regel nicht gefüttert und müssen sich selber ernähren!
Sie haben deshalb einen extremen Jagdtrieb, der vor nichts Halt macht und in vielen Fällen aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihrer Schnelligkeit, ihrer Intelligenz und ihres Durchhaltevermögens auch sehr oft zum Erfolg führt. Die erfolgreiche Jagd endet meist mit dem Töten und Verspeisen der Beute!

Dies muss man sich vor Augen halten, wenn man einen Basenji in unserer heutigen Zeit und in unserem Lebensraum hält!
Kein Jäger findet es lustig, wenn sein Wild gehetzt oder gar getötet wird, kein Nachbar hat Freude dran, wenn der Basenji seine Katze jagt und es ist nicht schön zu sehen, wenn der Basenji eine Maus oder gar ein Eichhörnchen erwischt!

Durch den extremen Jagdtrieb der auch nicht wie bei einem normalen Jagdhund kanalisierbar ist und dadurch, das für den Basenji die Jagd selbstbelohnend ist, ist es in den meisten Gebieten absolut unmöglich, den Basenji von der Leine zu lassen!
Viel zu groß ist die Gefahr, dass der Basenji vom Jäger erschossen wird oder in unserer engen Besiedelung vom Auto überfahren wird!

Es gibt kaum einen Basenjihalter, der seinen Basenji durch gute Führung und Erziehung soweit bringt, dass er nicht jagt und die Gefahr, dass er doch nicht hört, sondern jagen geht, wenn ein Hase oder eine Katze den Weg kreuzt ist einfach extrem groß!
Aus diesem Grund werden die meisten Basenjis die meiste Zeit an der Leine geführt!
Eine gute Möglichkeit, den Basenji seine Renn- und Jagdleidenschaft ausleben zu lassen ist eine Hunderennbahn!
Diese sind in der Regel eingezäunt und der Basenji kann sich dort auspowern und seiner Jagdleidenschaft wenigstens ein bisschen nachgehen!

Man muss sich immer vor Augen halten, dass fast alle Hunde nun mal Jäger sind!
Die Ausprägung des Jagdverhaltens hängt aber von verschiedenen Faktoren ab, wie seine Genetik, seine rassespezifische Besonderheit, seine Erfahrung im Jagen, seine Art zu jagen oder sein jagdliches Angebot.
Der Basenji jagt grundsätzlich mal alles, was sich bewegt!
Ein Blatt, das im Wind vom Baum fällt, einen Schmetterling, den Schatten eines Vogels, wenn es ihm gefällt auch Jogger, Radfahrer und Autos natürlich auch alles Getier, das vor ihm auftaucht und sich von ihm (weg-) bewegt!

Anders als bei Wölfen dient das Jagen bei den meisten Hunderassen aber nicht unbedingt dem Nahrungserwerb.
Man unterteilt die Jagd beim Hund in 7 Sequenzen.
Orten, Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, Töten, Fressen!
Bei vielen Rassehunden wurden durch die Zucht genetische Veränderungen hervorgebracht und bestimmte Jagdsequenzen hervorgehoben oder weggezüchtet.
Ray Coppinger zeigt rassetypische Bewegungsmuster im Jagdverhalten auf.
Einn Border Collie ortet, fixiert, pirscht sich an und hetzt, das Packen und Töten ist bei ihm nicht vorhanden. Der Cattle Dog hetzt und packt, tötet aber nicht, der Retriever ortet und packt und tötet auch nicht.
Beim Basenji, dem Urhund aus dem Congo, der sich dort selber ernähren muss kann man alle 7 Sequenzen wundervoll beobachten und man kann ihn deshalb eigentlich kaum von der Jagd abhalten!
Der körpereigene Hormoncocktail versetzt einen Basenji geradezu zwanghaft in die Situation, hinter einer potentiellen Beute hinterherhetzen zu müssen, die Jagd belohnt ihn mit einem rauschähnlichen Zustand und er ist in diesem Moment nicht oder kaum ansprechbar.
Der Basenji kann in diesem Moment nicht anders, er ist nicht zwingend auf der Jagd nach Nahrung, er hat ja in der Regel zuhause einen vollen Napf, er ist auf der Jagd nach diesem rauschähnlichen Gefühl.
So mancher Basenjibesitzer kennt diese Situation, dass sein Basenji 6 Sequenzen durchläuft, nachher das erlegte Tier, meist Mäuse oder Vögel nach dem Töten dann aber links liegen lässt.
Wobei ich selber meist gar nicht so schnell schauen kann, wie meine Mädels alle 7 Sequenzen durchlaufen und die erlegte Beute, bisher zum Glück nur Mäuse auch verspeisen!
Man kann dieses Jagdverhalten in der Regel nicht aus dem Basenji herausbekommen. Dies ist ein Kampf gegen die Genetik und gegen die Hormone und das macht es kaum möglich, in den Kopf und das Bewusstsein des Basenjis vorzudringen, wenn er im Jagdmodus ist.

Das extreme Jagdverhalten des Basenjis ist ein lebenslanger Reibungsprozess mit dem Hund, was sehr anstrengend sein kann!
Dies muss man wissen, wenn man sich für einen Basenji entscheidet!

Wenn man einen Basenji – aber nur in sicheren, sprich wildfreien und autofreien  Gebieten – von der Leine lassen möchte, muss man sehr viel Zeit in die Führung und Erziehung investieren!
Der Basenji sollte den grössten Teil der Aufmerksamkeit immer beim Menschen haben, er muss Frust ertragen können und der Rückruf sollte verbindlich funktionieren!
Dieses Training ist sehr zeitaufwenig und erfordert ein extrem gute Bindung zum Basenji und eine sehr gute Führung durch den Hundehalter!
Dies ist für die meisten Basenjibesitzer zu mühsam und so bleiben die meisten Basenjis zu ihrer eigenen Sicherheit an der Leine!

Die Sozialisierung

Die Sozialisierung des Basenji ist ein extrem wichtigsten Thema!

Der Basenji ist von Natur aus Fremden und Fremdem gegenüber zurückhaltend!
Er ist als typischer Urhund nicht so gut wie andere Hunde an ein Leben in unserer Gesellschaft angepasst ist, sondern doch noch eher an ein Leben und vor allem Überleben in der afrikanischen Wildnis.
Ein Basenji geht in der Regel nicht auf eine potentielle Gefahr zu oder nach vorne! Diese Vorsicht sichert in ihrem ursprünglichen Habitat das Überleben!
Ein Basenji kommt aber im Falle einer Gefahr in der Regel auch nicht zu seinem Besitzer, um sich zu verstecken oder helfen zu lassen, ein Basenji hat in diesem Fall einen sehr hohen Fluchtreflex! Flucht sichert das Überleben!
Basenjis sind zwar sehr neugierig, auch auf Fremdes und Fremde, aber immer zu ihren Konditionen! Fremde Menschen werden in der Regel neugierig beschnüffelt, aber sobald diese sie anfassen wollen, weichen sie oft zurück!

Allerdings werden bei einem Basenji, wie bei jedem anderen Hund auch, die Grundlagen für sein späteres Wesen schon in der Aufzucht, Prägung, Sozialisation und Erziehung des Hundes im Welpenalter, d.h. beim Züchter gelegt.
Lässt sich zum Beispiel die Mutterhündin von fremden Personen anfassen und reagiert positiv auf Kinder, wird auch ein Welpe relaxt mit diesen Situationen umgehen. Werden bei einem Basenjiwelpen von klein an die Krallen geschnitten, wird mit ihm Auto gefahren, die Ohren geputzt, ins Mäulchen geschaut, auf den Tisch gestellt, um ihn herum Staub gesaugt,  Musik gespielt ect.pp, dann gewöhnt sich der Welpe sehr schnell daran und  gerät nicht in Panik, wenn er in solche Situationen kommt.

Allerdings ist es einem Züchter natürlich nicht möglich, einen kleinen Basenji auf jede erdenkliche Situation, die ihm in seinem Leben widerfahren kann, vorzubereiten.
Deshalb liegt es in der Hand des neuen Besitzers die Sozialisierung seines Basenjiwelpen weiter zu führen!
Je mehr Dinge, Menschen, Tiere und Begebenheiten ein junger Basenji kennen lernt, desto besser wird er mit diesen im späteren Leben umgehen können.
Ein Basenjwelpe ist nie wieder so neugierig und mutig wie im Welpenalter, d.h. in der Zeit von der 8ten bis zur 20ten Lebenswoche. Der Welpe wird fremden Reizen und Situationen nie wieder so offen und unbefangen gegenübertreten, wie in den ersten Lebensmonaten! Alles, was der Welpe in diesem Alter kennen lernt ist für ihn normal und ungefährlich.
Man sollte aber stets darauf achten, dass alle Erfahrungen, die ein Basenjiwelpe sammelt positiver Natur sind. Sozialisierung heißt aber nicht, den Basenjiwelpen unkontrolliert möglichst vielen Situationen auszusetzen! Schlechte Erfahrungen in der Frühentwicklung sind immer fatal!

Ein Basenjiwelpe sollte von klein an daran gewöhnt werden, dass ihm sein Besitzer körperlich überlegen ist. Dafür muss die Welpenzeit genutzt werden! Man sollte den Welpen immer mal wieder (pro Tag 1x) im Spiel sanft, aber bestimmt auf den Rücken drehen. Zappelt der Welpe herum oder wehrt sich, sollte er sanft, aber bestimmt festgehalten werden, ohne dass beruhigend auf ihn eingeredet wird. Wenn er kurz ruhig liegen bleibt, dann sollte man ihn, mit einem kurzen Lob, wieder loslassen. Es bei der Haltung eines Urhundes sehr wichtig, von Anfang an ein souveräner und ruhiger Rudelführer zu sein!

Ein Basenjiwelpe wird, wenn er bei seinem Züchter positive Erfahrungen gemacht hat immer sehr neugierig und freundlich auf fremde Menschen zugehen, zum Beispiel beim Spaziergang. Hier ist es sehr wichtig – lassen Sie ihn! Vorausgesetzt natürlich, die betreffenden Personen zeigen auch Interesse an ihm! Auch wenn sie „eifersüchtig“ sind, dass ihr Welpe andere Menschen ebenso interessant findet, wie sie selber! Es ist  ganz wichtig, dass ein Welpe positive Erfahrungen mit Fremden macht! Basenjis werden mit zunehmendem Alter fremden Personen gegenüber immer zurückhaltender. Dem sollte man entgegenwirken, indem man ihn von klein auf an andere Menschen gewöhnt! Umso mehr sich ein Basenji im Welpenalter von fremden Personen anfassen lässt, und dies als normal empfindet, umso verträglicher wird er im Alter! Allerdings ist es auch wichtig, dass ein Basenjiwelpe nicht bedrängt wird und ihm Ausweichmöglichkeiten geboten werden!

Außerdem wird ein Basenjiwelpe in der Regel immer gerne zu anderen Hunden gehen, bzw mit ihnen spielen wollen. Hier sollte man allerdings immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Der Spruch – „Das ist ein Welpe, der hat Welpenschutz“ ist nicht richtig, bei keinem Hundewelpen! Welpenschutz gibt es nur im eigenen Rudel! Es gibt viele erwachsene Hunde, die überhaupt keine Lust auf Welpen haben, und dies möglicherweise auch auf aggressive Weise kundtun. Man sollte sich immer vorher beim Besitzer des jeweiligen Hundes erkundigen, ob sich dieser auch speziell mit Welpen versteht! Ich kenne mehr als einen Basenji/Hund, der als Welpe gebissen wurde, und durch diese schlechte Erfahrung gänzlich unverträglich mit anderen Hunden geworden ist!
Wenn sich ein fremder Hund als welpenfreundlich erweist, ermöglichen sie ihrem Welpen ein Zusammentreffen! Soziale Kontakte zu anderen Hunden sind sehr wichtig, und ein Welpe muss lernen, dass es ranghöhere Hunde gibt, bzw dass er sich unterordnen muss!
Zur Sozialisierung mit anderen Hunden ist es immer sehr empfehlenswert, eine gute Hundeschule zu besuchen! Allerdings ist es auch hier nicht immer einfach, eine solche zu finden. In einer guten Hundeschule wird ohne Druck und mit positiver Bestärkung gearbeitet und auf rassetypische Unterschiede Rücksicht genommen. Außerdem sollte es spezielle Welpenspielgruppen geben! Hierbei ist darauf zu achten, dass das Welpenspiel kontrolliert stattfindet, d.h. dass ein zu wildes Welpenspiel oder Mobbing unterbunden wird! Eventuell ist es sogar sinnvoll, die Gruppen Anfangs nach Größe der Hunde zu trennen!
Es empfiehlt sich immer, bevor der Welpe ins Haus kommt, mehrere Hundeschule und deren Methoden anzuschauen!

Mit folgenden weiteren Situationen sollte ein Basenjiwelpe in den ersten Monaten noch konfrontiert werden, damit er gut sozialisiert wird:
Jogger/Radfahrer, Tierarzt, Körperkontrolle/Pflege, andere Tiere(Kühe, Schafe, Pferde, Katzen u.ä.), Verkehr, Geräuschquellen/Schreckreize, Aufzüge, verschiedene Bodenbeläge, Treppen, Restaurantbesuche, Dunkelheit, S-Bahn/U-Bahn/Busfahren, Gewöhnung an Wasser, Einkaufszentren/größere Menschenmengen.

Grundsätzlich gilt aber, dass man bei aller Notwendigkeit der Umweltsozialisierung den Welpen nicht überfordert! Kurze Gewöhnungszeiten von etwa 15-20 Minuten sind in der Regel ausreichend. Der Welpe sollte nicht gestresst werden, sondern behutsam verschiedenen Situationen ausgesetzt werden!
Außerdem sollte der Besitzer immer Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen – Stimmungsübertragung ist ein wichtiges Hilfsmittel!

Ich habe meine 5 Basenjihündinnen immer mit dabei und sie sind sehr viele unterschiedliche Situationen gewohnt!
Sie gehen mit uns zusammen im Restaurant essen, sitzen im Straßencafe, im Biergarten oder in der Eisdiele! Wenn wir uns länger irgendwo aufhalten, habe ich immer ein Körbchen mit dabei, in dem sie alle zusammen brav unter oder neben dem Tisch liegen! Eine Decke allein ist nicht ausreichend, meine Hündinnen möchten ein Körbchen mit einem Rand, um sich darin zusammen einkuscheln zu können!
Wir machen immer wieder Städtetrips, wo alle Mädels auch mal mit dem (Sightseeing-) Bus oder der UBahn/SBahn mitfahren, alles ohne Probleme, weil sie von klein auf daran gewöhnt sind!
Ich nehme sie mit zum Shopping, zum Beispiel in den Baumarkt oder auch in eine Boutique, wo sie geduldig in der Umkleidekabine warten, bis ich fertig bin. Wir fahren immer zusammen in den Urlaub, sind zusammen am Strand und zum (Sonnen-) Baden am See oder Meer!
Meine Hündinnen gehen mit mir Inlinern und laufen neben dem Fahrrad her, wobei sie es auch gewohnt sind, in einem Körbchen auf dem Gepäckträger zu sitzen!
All dies sind Dinge, die man mit einem Hund oder auch mehreren Hunden ohne Probleme machen kann, wenn man sie von klein auf daran gewöhnt!
Wenn ich mit meinen Mädels unterwegs bin, werde ich sehr häufig angesprochen, um was für eine Rasse es sich denn handelt, ob man sie streicheln kann und viele Menschen sind erstaunt, dass 5 Hunde so relaxt und gut erzogen sein können!

Der Basenji allein zu Haus

So sehr der Basenji nach Unabhängigkeit strebt und kaum mehr auf seinen Menschen bezogen ist, wenn er mit ihm draußen Gassi geht, so anhänglich ist er im Haus.
Man kann kaum einen unbeobachteten Schritt machen und man wird oft auf Schritt und Tritt verfolgt.

Sehr viele Basenjis haben, wenn sie nicht von klein auf konsequent, liebevoll und in kleinen Schritten daran gewöhnt werden, wirklich große Probleme mit dem Alleine sein.
Diese sogenannte „seperation anxiety“ (es gibt im Netz eigene Seiten dafür) kann in manchen Fällen heftige Auswirkungen haben.
Manche Basenjis heulen und schreien die komplette Dauer des Alleine seins, was meist großen Ärger mit den Nachbarn bedeutet, während andere die Wohnungseinrichtung zerkleinern und alles, was nicht niet-und nagelfest ist zerschreddern!
Oft machen Basenjis auch beides zusammen… Heulen und Zerstören!

Auch wenn meine Welpen von klein auf an eine Box gewöhnt werden, muss dieses Training im neuen Zuhause konsequent weiter geführt werden und der Welpe sollte in kurzen 5-Minuten-Schritten daran gewöhnt werden, dass er ab und zu alleine bleiben muss! Es gibt nun mal Situationen im Leben, wo man den Hund nicht immer mit nehmen kann.

Allerdings ist es nicht in meinem Sinne, wenn der Hund während des ganzen Tages bzw während der Arbeitszeit seines Frauchens/Herrchens 6-8 Stunden am Tag alleine zu Hause sitzt! Dies ist für keinen Hund schön und für einen Basenji erst recht nicht.
Wenn der Basenji in die Arbeit mitgenommen werden kann und zum Beispiel neben dem Schreibtisch seines Besitzers liegen kann, dann ist es natürlich kein Problem, wenn er 8 Stunden keinen Auslauf hat, Hauptsache, er ist nicht alleine!
Allerdings muss er natürlich vorher gut ausgepowert werden!
Wenn man halbtags arbeitet, sagen wir von 8-12 Uhr, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man, wenn man sich einen Basenji anschafft die nächsten 12-16 Jahre um 6 Uhr aufstehen muss, damit man vor der Arbeit mindesten eine Stunde mit dem Hund unterwegs ist und ihn auspowert, so dass er dann maximal 4 Stunden alleine bleibt und dann allein daheim hoffentlich keinen allzu großen Blödsinn anstellt!
Und selbst das ist kein Garant dafür, dass er dann ohne zu weinen oder ohne etwas zu zerstören alleine bleibt!
Viele Basenjibesitzer haben deshalb 2 Basenjis/Hunde, weil sich so das ohne Mensch sein meistens besser aushalten lässt!


Der Basenji und Kinder

Bei der Frage nach einem passenden Hund für Familien, einem richtigen Familienhund steht der Basenji meiner Meinung nach auf einer Rasseliste mit geeigneten Hunderassen auf den hintersten Plätzen!
Ein Familienhund sollte unter anderem normalerweise keinen ausgeprägten Jagdtrieb haben und somit passt ein Basenji meiner Meinung nach nicht wirklich gut in eine Familie mit ganz kleinen Kindern.
Ein Basenji braucht sehr viel Zuwendung und Zeit, die meines Erachtens oft nicht in genügendem Maße vorhanden ist, wenn kleine Kinder im Haushalt leben.
Basenjis sind einfach keine Rasse, die so mal nebenher läuft!
Sie brauchen, genauso wie kleine Kinder extrem viel  Aufmerksamkeit, vor allem in jungen Jahren und die Zeit, die man dem Kind widmet, fehlt in der Regel dem Hund und umgekehrt!
Außerdem haben Basenjis oft Probleme mit den unkoordinierten Bewegungen von Kleinkindern und Säuglingen.
Desweiteren wird ein Basenji, vor allem in der jugendlichen Sturm-und Drang Zeit wird immer versuchen, seine Stellung im Rudel zu verbessern!
Wenn es an kompetenter Führung mangelt, besteht große Gefahr, dass der Basenji beim schwächsten Rudelmitglied, d.h in der Regel beim (Klein-) Kind seine untergeordnete Stellung in Frage stellt.
Dies kann sehr große Probleme verursachen und es gibt einige Basenjis, die ihre Familien verlassen mussten, weil Sie die Kinder gebissen haben!
Größere Kinder sind in der Regel schon etwas unabhängiger und weniger problematisch, kann man ihnen doch die Besonderheiten der Rasse schon besser nahe bringen.
Durch die Eigenarten des Basenjis, seinem Jagdtrieb, seiner Dominanz und seiner trotz seiner geringen Größe durchaus körperlichen Stärke ist es absolut nicht möglich, dass Kinder mit einem Basenji alleine spazieren gehen! Selbst als Erwachsener muss man aufpassen, dass einem die Leine nicht entgleitet, wenn der Basenji einen Satz auf die Seite macht, weil er zum Beispiel einem Vogel hinterher springt!
Ein Kind/Jugendlicher ist Konfrontationen mit anderen Hunden beim Spaziergang mit einem Basenji nicht gewachsen, hat man als Erwachsener oft schon genug Probleme, den Basenji gut zu führen!
Basenjis sind im Spiel untereinander sehr wild und gebrauchen dabei auch gerne ihre Zähne.
Da man als Mensch das Rudel ersetzt, spielt der Basenji vor allem im Welpenalter sehr wild mit seinen Menschen und den Kindern und er lernt erst im Laufe der Zeit, vorsichtiger zu sein.
Basenjis werden meist erst mit 1- 1,5 Jahren ruhiger und bis dahin gilt es für die Familienmitglieder, blaue Flecken und wildes Spiel mit dem Basenji zu „ertragen“.
Was der Basenji hingegen in der Regel nicht tut, ist das, was die Menschen und auch Kinder mit einem Hund eigentlich am Liebsten machen… Apportieren.
Wenn man Glück hat, dann holt ein Basenji zwei, drei Mal einen Ball oder ein Spielzeug, dann verliert er meist aber ganz schnell den Spaß an diesem Spiel. Vor die Füße legt er das zu bringende Spielzeug sicher auch nicht, die wilde Hatz durch den Garten oder das Wohnzimmer ist ihm da viel lieber!
Auch wenn er immer wieder als Familienhund angepriesen wird, ist dies der Basenji meiner Meinung nach aus den genannten Gründen nicht! Es gibt ganz sicher Rassen, die sich besser als Familienhund und als Spielgefährte für (kleine) Kinder eignen!

Schlafen im Rudel

Mehr als die Hälfte aller Hundehalter, und ich würde sagen, über 80% aller Basenjihalter lassen ihre Lieblinge im eigenen Bett schlafen.

Einer Studie zufolge, ist dies auch gesundheitlich unbedenklich, denn: „Ein geteiltes Bett erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung nicht!“
In freier Wildbahn schlafen junge Wölfe immer dicht beieinander. Dieses Kontaktliegen – wir kennen das auch von den Basenjiwelpen – sorgt für Sicherheit und Geborgenheit! Ein Überleben alleine, außerhalb des Rudels, wäre gefährlich. Diese angeborene Ur-Angst vor dem Verlassen-Werden steckt in jedem Hund. Selbst ausgewachsene Hunde sehen in ihrem Menschen immer den Ersatzvater/-mutter.
Dadurch ist es zu erklären, daß sie hartnäckig immer wieder versuchen, mit ihrem Rudel zusammen zu schlafen!
Man sollte dies immer bedenken, wenn man versucht ist, den Hund aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Wenn er schon nicht mit im Bett schlafen darf, so sollte zumindest sein Körbchen im Schlafzimmer, neben dem Bett stehen!
Außerdem lieben Basenjis die Wärme – sie schlafen in vielen Fällen gerne unter der Bettdecke!
Meine 5 Basenjimädels Iloua, Minouh, Youhli, Noué & Youhko schlafen selbstverständlich bei mir im Bett, unter der Decke!
Durch die Wärme und Geborgenheit, die ihnen dadurch vermittelt wird, stehen sie auch erst zusammen mit mir auf. Da wir – vor allem am Wochenende – Langschläfer sind, liegen sie auch bis um 11 oder 12 Uhr mit uns im Bett! Diese körperliche Nähe während der Nacht ist meines Erachtens auch wichtig für die gute Bindung zum Basenji!


Andere Hunde

Wenn Basenjis gut sozialisiert sind, viel vernünftigen und kontrollierten Hundekontakt im Welpen-und Junghundealter hatten, dann lieben sie in der Regel als junge Hunde den Kontakt mit anderen Hunden und begegnen ihnen meist mit großer Spielfreude! So mancher Ruf nach einem Welpen verhallt ungehört, wenn dieser mit anderen Hunden spielt!
Allerdings ist ihr Spiel etwas anders, als das Spiel „normaler“ Hunde. In der Regel machen Sie am liebsten Fang-und Rennspiele. Dies geht natürlich nur, wenn Sie ohne Leine laufen können, da die Gefahr von Verletzungen sonst sehr groß ist!
Oft ist es sogar so, dass sich ein Basenji sich eher an einen anderen Hund bindet, als an den Menschen, vor allem, wenn ein anderer Hund mit in seinem Haushalt lebt.

Ab einem gewissen Alter, meist so ab dem dritten/vierten Lebensjahr wird es aber oft schwieriger beim Treffen mit anderen Hunden, da Basenjis in zunehmendem Alter anderen Hunden gegenüber einfach dominanter werden.
Sie sind sehr selbstbewusst und vor allem das Aufeinandertreffen mit anderen dominanten Rassen wird meist zum Problem. Ich muss zum Beispiel bei all meinen Mädels mit allen Terrier-Rassen auspassen, da sie in der Regel ebenso dominant sind, wie sie selber. Ebenso problematisch sind für mich mit meinen Hündinnen Hunde, die ängstlich sind, da diese sofort gemobbt werden! Mit Rüden haben meine Mädels dann kein Problem, wenn sie selbstbewusst und machomäßig auftreten.

Da die meisten Basenjis nicht abgeleint werden können, treffen sie in der Regel angeleint auf andere Hunde. Dies birgt immer viel größere Probleme als im Freilauf, sowieso bei allen Rassen, und erst recht beim Basenji. Und wird er dann durch die Leine der Möglichkeit beraubt, dem anderen Hund nahe zu kommen, dann passiert es auch, dass er aus reinem Frust um sich schnappt und auch mal das Bein seines Besitzers erwischt.

Intakte Basenjirüden leiden sehr häufig unter „Größenwahn“, wenn sie auf andere intakte Rüden treffen und legen sich durchaus auch mit Rüden an, die doppelt so groß sind, wie sie selber. Durch das extrem kurze Fell sind sie aber natürlich auch sehr viel verletzungsanfälliger als langhaarige Hunde und man tut gut daran, mit einem Basenji einer Beißerei aus dem Weg zu gehen, da sie sich in der Regel auch ihnen körperlich überlegenen Rassen nicht unterordnen wollen!

Im eigenen Revier, im eigenen Garten, der eigenen Wohnung verhält sich der Basenji extrem territorial und andere Hunde, die sich mit ihm sein Revier teilen müssen, werden oft inbrünstig gehasst. Ein Aufeinandertreffen endet oft mit einer Beißerei – vor allem bei Rüden.
Direkt in unsere eigenen vier Wände und den Garten dürfen bei uns nur Hunde, die meine Hündinnen kennen und trotzdem muss ich immer extrem aufpassen, dass sie dem Besucher nicht deutlich zeigen, wer der Herr im Haus ist!

Sehr problematisch ist es, wenn der Basenji auf seinesgleichen trifft! Sie bringen ihren Unmut meist sehr lautstark zum Ausdruck, wenn sie auf einen fremden Basenji treffen!
Ich kann mir das nur durch ihre Wurzeln und die Art, zu leben erklären.
In ihrem ursprünglichen Habitat lebt in jedem kleinen Dorf ein Rudel und ähnlich wie bei Wölfen ist es keinem rudelfremden Tier gestattet, sich in das Rudel zu integrieren.
Die meisten Welpenkäufer sind sehr erstaunt und irritiert, wenn sie nach längerer Zeit mit ihrem Junghund dem Züchter und der Mutter ihres Hundes einen Besuch abstatten. Die Mutterhündin hat in der Regel absolut kein Interesse mehr an ihrem Nachwuchs und tut dies auch sehr deutlich kund!

Führung

Eine der wichtigsten Komponenten im Zusammenleben mit einem Basenji ist die Führung des Hundes!
Der Hundehalter schuldet es seiner ihn umgebenden Gesellschaft, dass er seinen Hund führt und so innerhalb der bestehenden Gesetzen und gesellschaftlichen Normen bestehen kann und der Basenji braucht jemanden in der sozialen Gruppe, in der er lebt, der die Führung übernimmt! Dies sollte nämlich in keinem Fall der Basenji sein, sondern der Hundehalter.
In sehr vielen Fällen ist das aber leider nicht der Fall, was große Probleme im Zusammenleben mit dem Basenji bergen kann!
Die Führung ist die Basis für das Verständnis des Basenjis, wie seine Welt organisiert ist, sie gibt dem Basenji Informationen über seinen Status in seiner Familie, leitet ihn, setzt seinem Verhalten Grenzen wann und wo es nötig ist und legt fest, wie mit wichtigen Situationen umgegangen wird!

Es gibt es Hundecharaktere, die sich fast von allein der menschlichen Führung hingeben und ständig darauf bedacht sind, nichts falsch zu machen.
Zu diesen Charakteren zählt der Basenji aufgrund seiner angeborenen Eigenschaften definitiv nicht!
Basenjis sind extrem erkundungsfreudige Hunde, die situativ starke Motivationen entwickeln, Dinge zu tun, die zwar aus ihrer Sicht völlig normal und legitim, aber eben nicht mit ihrem gerade vorherrschenden Umfeld kompatibel sind und in der Regel nicht konform gehen, mit dem was der Mensch von ihnen erwartet!
Bei Basenjis ist deshalb eine hohe fachliche Kompetenz nötig, gepaart mit der Fähigkeit diese praktisch umzusetzen. Man braucht als Mensch sehr viel Zeit, und eine hohe Motivation, um dem Basenji einen möglichst konfliktfreien Führungsstil bieten zu können, den er annehmen und akzeptieren kann.
Grundsätzlich sollte als Mensch immer eine positive Grundstimmung und positives Handeln anstreben.
Führung ist immer dann besonders gefragt, wenn sich der Basenji in konfliktträchtigen Situationen befindet. Dies bedeutet in der Regel in genau diesem Moment Stress – für Hund und Halter.
Dieser meist doch relativ kurzfristig auftretende Stress ist aber als Alternative zu lang anhaltendem Stress zu akzeptieren, der vorherrschen würde, wenn der Mensch auf Führung verzichten würde und der Basenji Aufgaben übernehmen würde, denen er nicht gewachsen wäre.

Viele Hunderasse haben kein Interesse daran, Aufgaben in der Gruppe, in der sie leben übernehmen zu müssen oder einen „hohen Status“ zu erlangen.
Der Basenji hingegen schon, schon alleine aufgrund seiner Genetik.
Er wird immer wieder versuchen, Aufgaben zu übernehmen, die in seinen Augen wichtig sind.
Führung heißt also auch, den Basenji von Aufgaben zu entbinden, die ihm wichtig sind, was aber nur funktioniert, wenn man selber diese Aufgaben übernimmt und der Basenji sich dadurch dahingehend entspannen kann.

Um eine gute Führungsqualität zu erreichen, muss man für eine gute und gesunde Beziehung sorgen. Impulskontrollarbeit, das Vermitteln eines Abbruchsignals, Leinenführigkeitsarbeit, sonstige Teamwork und ähnliches kann als Vorarbeit geleistet werden.
Wichtig ist eine sehr sichere, souveräne und authentische Ausstrahlung des Halters.
Aversiv und grob durchgesetzte Regeln sichern dem Menschen keinen hohen Status, sondern eher umgekehrt: Ein starkes Fundament in der Beziehung und das sichere und souveräne Bild, was ein Hund von seinem Menschen haben sollte, berechtigt den Mensch dann, Regeln überhaupt aufstellen und durchsetzen zu dürfen.
In einem Hunderudel genügt oft der strenge Blick des souveränen Rudelchefs und die rangniederen Tiere wissen, was sie zu tun haben!

Die meisten Hunderassen finden Menschen schon genetisch bedingt sozial attraktiv, was beim Basenji nicht unbedingt der Fall ist. Deshalb ist eine gute und sinnvolle Sozialisierung vom Welpenalter an sehr wichtig!
Ein „normaler“ Hund verbleibt im Vergleich zum Wolf oft in einem jugendlichen Stadium und ist psychisch nicht ganz ausreift. Ihm ist der Status oft nicht so wichtig und es bleibt eine lebenslange erhöhte Lernbereitschaft und Verspieltheit bestehen.
Dies ist beim Basenji in der Regel nicht der Fall. Er wird immer wieder versuchen, seinen Status zu verbessern, seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen und eine Aufgaben im sozialen Gefüge zu übernehmen.
Deshalb gibt es immer wieder Probleme mit kleinen Kindern im Haushalt, da der Basenji diese oft als rangniedere Gruppenmitglieder versucht einzustufen.

Aufmerksamkeit ist deshalb auch ein sehr wichtiger Faktor in der Führung!
Aufmerksamkeit ist die Grundlage für die Bereitschaft zur Kommunikation und ein Indikator für die Qualität der Beziehung. Der führende und leitende Mensch wird von seinem Hund nahezu ständig im Auge behalten, er selber beachtet den Hund aber nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Dies ist beim Basenji aber relativ häufig nötig, damit der Hund merkt, dass seine auf den Menschen gerichtete Aufmerksamkeit auch belohnt wird, und sei es auch nur mit einem aufmunternden Nicken, einem kurzen Streicheln oder Berühren!

Allerdings ist mit Aufmerksamkeit auch noch mehr gemeint, als der direkte Blickkontakt zwischen Basenji und Mensch. Es geht um gegenseitigen Respekt und Vertrauen. Dies erfordert Zeit, Training und Übung.
Viele Basenjibesitzer kennen die Situation, dass Ihr Basenji in gewissen Situationen völlig unansprechbar ist, weil er von etwas anderem, zum Beispiel einer potentiellen Beute viel faszinierter ist, als von seinem menschlichen Gegenüber.
In diesem Fall muss man versuchen, die Aufmerksamkeit wieder herstellen, denn sie ist die Grundlage für eine mögliche Kommunikation mit dem Hund. Bei den Bemühungen, die Aufmerksamkeit des Hundes wieder zu erlangen, muss man beharrlich bleiben und auf den Bruchteil der Sekunde warten, in der sich der Basenji seinem Menschen kurz zuwendet und man seine Aufmerksamkeit bekommt. Genau in diesem Moment sollte man dem Basenji mit Worten und Taten klar machen, dass man von diesem kleinen Moment absolut begeistert ist. Die Aufmerksamkeit des Hundes weg vom auslösenden Reiz und hin zum Menschen muss sofort sehr effektiv belohnt werden.

Bei der Führung eines Basenjis ist es eher früher als später notwendig, Grenzen und Regeln zu setzen und den Hund in seinem unerwünschten Verhalten zu korrigieren.
Dies sollte angemessen und für den Hund verständlich geschehen, ohne zu übertreiben und ohne der Beziehung zu schaden.
Für mich ist bei meinen 5 Basenjihündinnen in vielen Situationen körpersprachlich kommunizierte Raumkontrolle durch Bewegungseinschränkung das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Regeln und Grenzen zu vermitteln und diese durchzusetzen.
Ein Basenji versteht diese Art der Kommunikation sehr gut. Er nimmt sie, in geeigneter Intensität und Länge angewandt, seinem Menschen auch nicht übel, im Gegenteil, er überlässt, wenn diese Art der Kommunikation konsequent ausgeführt wird dann irgendwann auch die Führung.
Allerdings wird er trotzdem immer wieder seine Stellung hinterfragen, wenn der Mensch nicht konsequent führt.

Wenn ich mit meinen Basenjihündinnen spazieren gehe, gibt es unterschiedliche Arten der Bewegung für die Mädels.
An einer kurzen Leine geführt, sollten sie die Aufmerksamkeit auf mich richten, sie dürfen nicht nach vorne preschen und an der Leine zerren, wie das Basenjis so gerne tun. Schon alleine aus dem Grund heraus, dass 5 Basenjis zusammen eine gewisse Kraft haben, ist es unerlässlich, dass sie sich von mir vernünftig Führen lassen und ihre Aufmerksamkeit auf  mich richten!
Dies erreiche ich, indem ich sie, wie schon erwähnt in ihrer Bewegung einschränke, wenn sie an mir vorbeilaufen und nach vorne preschen.
Das heißt, dass ich sofort und abrupt die Richtung wechsle, wenn eines meiner Mädels anfängt zu ziehen! Dies war, vor allem am Anfang extrem aufwendig und wir sind kaum vom Fleck gekommen, weil ich ständig korrigieren musste um ihre Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken.
Und es erfordert eine unglaubliche Konsequenz, dies immer zu tun, immer die Führung zu übernehmen, nie dem Hund die Führung zu überlassen!
Ich habe sehr lange gebraucht, bis dies auch nur einigermaßen funktioniert hat und auch heute gibt es Situationen, wo es durch die Dynamik des Rudels nicht ganz so einfach ist! Aber wir arbeiten dran und wir werden immer besser!

Ein gutes Beispiel, wo man dem Hund die Führung überlassen hat, ist zum Bespiel ein Rüde, der das Ende der Leine zur nächsten Ecke zerrt, weil er genau dort jetzt genau in diesem Moment markieren will.
Diese Hund hat komplett die Führung übernommen und sein Halter folgt ihm willig.
Wie soll dieser Hund verstehen, dass er in der nächsten Situation, wenn er zum Beispiel auf deinen anderen Rüden trifft, nicht auch hier die Führung übernehmen soll und dem anderen Hund klar macht, dass er der Chef ist?!
Es ist die Aufgaben des Menschen, den Hund immer und in allen Situationen zu führen und die Entscheidungen für ihn zu treffen! Wenn ich entscheide, dass der Hund irgendwo hinpinkeln darf, dann führe ich ihn dort hin und lass mich nicht von ihm dort hinzerren!

Da Basenjis, wie schon oft erwähnt, zu den Urhunden gehören, die ohne menschliches Zutun überleben können, dies auch fest in ihren Genen verankert ist und die gerne ihre eigenen Entscheidungen treffen, bedarf es unglaublich viel Zeit und Konsequenz, viel Training und Korrekturen und eine sehr gute Bindung, dass sich der Basenji führen lässt!
Wenn wir in Gebieten sind, wo keine Autos fahren und ein Hund gefahrlos an der langen Leine laufen kann, dann sind meine Mädels abwechselnd an der Schleppleine oder an der Flexi, können sich also in einem größeren Rahmen bewegen. Dies geschieht in der Regel an einem ausbruchssicheren Geschirr, so dass sie den Unterschied zwischen kurzer und langer Leine auch an der Halsung erkennen. Oft ist es aber mittlerweile so, dass sie trotz langer Leine in meiner unmittelbarer Umgebung und Führung bleiben.
Wenn ich in Gebieten unterwegs bin, wo ich davon ausgehen kann, dass wir nicht auf Wild treffen, dann kann ich meine Mädels auch zeitweise einzeln, manchesmal auch zu mehreren ableinen. Dabei muss aber natürlich den Fokus immer auf dem Hund haben um zu erkennen und gegebenenfalls rechtzeitig zu reagieren, wenn irgendetwas den Fokus des Hundes mehr in Bann zieht als ich!
Wer also einen Basenji führt, sollte immer den Fokus auf dem Basenji haben, nicht auf das Handy, das Kind oder denjenigen, der einen begleitet.
Wie oft sehe ich Hundehalter, die telefonierend oder sich unterhaltend hinter einem an der Leine zerrenden Hund herlaufen, der komplett die Führung übernommen hat!
Schlimmer noch, wenn sich der Hund ohne Leine von seinem Besitzer wegbewegt, ein unachtsamer Halter, der sein Auge nur auf dem Handy hat und den Hund nicht mehr beachtet.

Wenn der Mensch nicht die Führung des Hundes übernimmt, tut dies der Hund, weil er sich dann verantwortlich fühlt. Ein Hund will entweder geführt werden oder die Führung übernehmen! Ein Hund, der die Führung über seinen Menschen übernimmt, hat aber sehr viel Stress und ist meist sehr hyper, da er mit der Situation überfordert ist! Deshalb ist es so wichtig, dass der Mensch die Führung übernimmt! Dann kann der Hund vertrauensvoll folgen und ist nicht gestresst!
Der Weg dorthin ist aber nicht leicht!

Innerhalb meines Rudels von 5 Hündinnen ist meine 13 jährige Stammhündin „Loua“ (BISS/Multi-Ch. Loki`s  Iloua) der Boss, sie führt das Rudel! Sie ist in meinem Rudel der Hund, der dadurch am meisten Stress hat!
Sie muss sich permanent im Rudel ihre Stellung sichern, muss die jungen Hündinnen, die im Rudel nachkommen und sie immer wieder herausfordern in die Schranken weisen, muss allen im Rudel permanent klar machen, dass sie der Chef ist. Sie passt immer auf und, wie es beim Rudelchef üblich ist, distanziert sich eher vom Rudel.
All dies bedeutet für sie Stress, den ich ihr aber innerhalb des Rudels nicht nehmen kann.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass ich dann als Mensch die Führung nach außen hin übernehme!

Bindung, Erziehung und Führung sind 3 Dinge, die man unterscheiden muss.

Die Bindung:
Der Mensch muss eine gute Bindung zu seinem Basenji aufbauen!
Dies geschieht, indem er sich viel mit seinem Hund beschäftigt und viel mit ihm zusammen ist.
Meine Mädels sind mit mir bei der Arbeit, wir sind täglich fast 24 Stunden rund um die Uhr zusammen. Sie schlafen mit mir zusammen, sie kuscheln mit mir zusammen, sie bekommen von mir ihre Nahrung, wir sind zusammen spazieren und wir haben eine sehr enge und gute Bindung zu mir.
Wenn man nicht die Möglichkeit hat, den Basenji rund um die Uhr bei sich zu haben, dann ist es unerlässlich, dass sich der Halter in der verbleibenden Zeit sehr viel mit dem Hund beschäftigt!

Die Erziehung:
Ja, natürlich man kann man einen Basenji, entgegen der landläufigen Meinung auch erziehen, und das auch sehr gut.
Erziehung ist zum Beispiel, dem Basenji „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ beizubringen. Manche Halter beschäftigen und erziehen ihren Basenji so gut, dass er sogar Tricks kann. Dies erfordert ebenfalls sehr viel Zeit, Liebe und Konsequenz! Ein gutes Mittel, einen Basenji zu erziehen, ist ihn von klein an zu clickern! Ich empfehle meinen Welpenkäufern, ein oder zwei Privatstunden bei einem guten Hundetrainer zu nehmen, damit man lernt, wie man seinen Basenji clickert!
Jeden Abend ein paar Minuten Clickertraining und der Basenji lernt sehr leicht, was man von ihm möchte!
Malou (Msumari`s Chi`Malou), eine Hündin aus dem C-Wurf hat zusammen mit ihrem stolzen Besitzer Chris sogar die für Basenjis extrem schwere Begleithundprüfung geschafft!
Es ist also sehr wohl gut möglich, einen Basenji zu erziehen, wenn man viel Zeit, Liebe und Geduld in die Ausbildung und das Training des Hundes investiert!

Die Führung:
Wie schon eingangs erwähnt, ist es extrem wichtig, den Hund so gut zu führen, so dass er einem vertrauensvoll folgt und keinen Stress hat, weil er meint, gewisse Situationen für uns Menschen zu regeln zu müssen! Oft kann der Hund aber eben gar nicht anders, weil der Mensch nicht die Führung übernimmt!
Wer kennt nicht die Situation, dass der Hund an der Leine pöbelt und ohne Leine relativ verträglich ist?! Im ersten Fall übernimmt der Hund eben die Führung über seinen nicht führenden Halter und meint, die Situation, wie auch immer sie aussehen mag für den Mensch regeln zu müssen.
Ein gut erzogener Hund muss aber nicht unbedingt auch ein gut geführter Hund sein!
Wie oft hört man, dass ein Hund auf dem Hundeplatz toll gehorcht, alle Kommandos brav ausführt, außerhalb des Platzes aber offensichtlich alles vergessen hat! Dieser Hund ist gut erzogen, wird aber nicht geführt, sondern er versucht außerhalb des Platzes die Führung zu übernehmen, Situationen zu regeln, weil der Mensch es nicht tut und er gehorcht deshalb nicht mehr!
Im Umkehrschluss kann ein gut geführter Hund, der sich an seinem Besitzer orientiert absolut nicht erzogen sein, weil er kein Sitz oder Platz oder irgendwelche Tricks kann! Aber er lässt sich führen und orientiert sich an deinem Besitzer!

Natürlich ist es in der Regel leichter, einen Hund, der gut erzogen ist zu führen, und einen Hund, der sich gut führen lässt zu erziehen, aber das eine schließt das andere nicht automatisch mit ein! Unerlässlich für beides ist aber immer eine gute Bindung zum Hund! Nur ein Hund, der sich an seinen Besitzer bindet, lässt sich auch gut führen und, gesetzt den Fall, man will dies, auch erziehen!
Meist sind aber Hunde, die eine gute Führung haben auch gut erzogen, bzw. achtet der Besitzer auch auf eine gewisse gute Grunderziehung.
Gut erzogene Hunde sind des Öfteren nicht so gut geführt, weil Hundehalter, die viel bzw. nur auf Erziehung achten der Meinung sind, dass ihr Hund ja auch gut geführt wird, was aber oft eben nicht der Fall ist!

Wie schon eingangs erwähnt gibt es Hundecharaktere, die sich fast von allein der menschlichen Führung hingeben und ständig darauf bedacht sind, nichts falsch zu machen.
Zu diesen Charakteren zählt der Basenji aufgrund seiner angeborenen Eigenschaften definitiv nicht! Ein Basenji hinterfragt immer wieder seine Stellung und er wird in der Regel immer wieder versuchen, die Führung zu übernehmen, wenn der Mensch nicht konsequent führt!
Dies sollte man immer bedenken, wenn man sich einen Basenji als neues Familienmitglied ins Haus holen möchte!

Was ich abschließend noch hinzufügen möchte:
Trotz aller guter Führung, Erziehung und Bindung meiner 5 Basenjihündinnen zu mir kann ich sie trotzdem nur in sicheren, autofreien und wildfreien Gebieten ableinen, wegen der Rudeldynamik niemals alle zusammen und niemals in der Nähe von Strassen!  Man kann sich bei Basenjis nie zu 100% sicher sein und ich würde mir extrem große Vorwürfe machen, wenn einer meiner Hunde vom Auto überfahren wird oder vom Jäger erschossen wird, weil er wildert!


Die Bindung            

Bindung bezeichnet das Phänomen, dass ein Hund eine besonders enge soziale Beziehung zu seinem Menschen eingeht. Die Bindungsbereitschaft des Hundes ergibt sich aus der Trennung von seiner  Mutter und seinem natürlichen Bedürfnis nach Schutz.
Es ist die Aufgabe des Menschen, diesem Bedürfnis gerecht zu werden.
Er muss die Bedürfnisse des Hundes erkennen, entsprechend reagieren und dem Hund ein verlässlicher Partner sein, der den Hund führt.
Hunde sind Rudeltiere und am liebsten mit ihrer Familie zusammen. Deshalb sollte man seinen Hund, wann immer es möglich ist, mitnehmen und bei sich haben!

Die Beschäftigung mit dem Hund ist eine Bereicherung, keine Verpflichtung!

Viele Probleme zwischen einem Basenji und seinem Besitzer beruhen auf einer mangelnden Bindung. Die Bindung ist aber ein lebensnotwendiges System.
Ohne die Sicherheit der Bindung an den Menschen hat ein Basenji ständig eine Fluchttendenz und gerät in einen Kreislauf aus Angst und Aggression. Nur eine sichere Bindung ermöglicht es dem Basenji, sich positiv mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Eine sichere Bindung stellt somit die Basis des Zusammenlebens mit dem Basenji dar.

Ein ausreichend beschäftigter Basenji ist ein zufriedener Basenji, dem kaum einfallen wird, sich „Ersatzbeschäftigungen“ in Form von unerwünschtem Zerkauen von Schuhen, Abwickeln von Klopapierrollen und ähnlichem zu suchen. Schon vor diesem Hintergrund sollte man einen Basenji, soweit möglich, in alle Aktivitäten der Familie einbinden. Gleichzeitig kann so täglich die Erziehung verbessert werden. Eine gute Bindung zwischen Basenji und Mensch – die Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander – kann nicht erreicht werden, wenn der Basenji nicht am (Familien-)Leben teilnehmen darf!
Dies wird in der Regel auch nicht erreicht, wenn der Basenji seinen Tagesablauf zwischen mehreren Parteien verteilt bekommt.
Es ist gut zu beobachten, dass sich der Basenji am ehesten an die Person bindet, die die meiste Zeit mit ihm verbringt und sich am meisten mit ihm beschäftigt!

Oft verlieren wir an Einfluss, sobald etwas Interessanteres geschieht und unser Rufen verhallt scheinbar ungehört. Man muss daran arbeiten, dass der Basenji freiwillig und gerne in unserem Einflussbereich bleibt!
Das ist bei einem Basenji nicht sehr einfach und es funktioniert bestimmt nicht mit Druck und Strafandrohung. Dies stresst beide Seiten und hat mit einer freudigen Bindung, einem Vertrauensverhältnis nichts zu tun!

Hieraus ergibt sich der Weg den man mit einem Basenji gehen muß.
Wir müssen uns und unsere Person positiv verknüpfen – weg vom ausschließlich Fütterer hin zu einer engen Bindung und Führung. Man sollte also jeglichen Kasernenton vergessen und den Basenji verbal und körpersprachlich motivieren!
Hohe, freudige Töne werden von allen Hunden aber auch von Menschen gleichermaßen motivierend empfunden. Spricht man mit seinem Basenji in der Tonlage, als ob man mit einem Baby sprechen würde, dann liegt man genau richtig. Frauen haben in dieser Hinsicht sicher einen großen Vorteil.

Körpersprachlich ist alles was klein macht, was sich vom Basenji entfernt als positiv zu werten. Man sollte es vermeiden, sich beim Rufen mit strenger, tiefer Stimme nach vorne oder über den Basenji zu beugen! Besser man dreht sich halb von ihm weg, oder geht ein bisschen in die Knie und ruft ihn mit hoher, motivierender Stimme – die Wirkung ist eine völlig andere.

Arbeitet man an der Bindung so sollte man jeglichen Druck, jegliche Strafe vermeiden. Ausschließlich positives Verhalten sollte belohnt werden. Man sollte sich interessant für den Basenji machen, dafür sorgen, dass man selber der Mittelpunkt der Welt für seinen Basenji ist! Man muß ihm zeigen, dass er die wirklich positiven Sachen nur erlebt, wenn er stets in ihrem Umkreis bleibt.

Die Bindung zwischen Mensch und Basenji funktioniert oft nicht so, wie man es hofft, und wie fast immer liegt das Problem an unserem Ende der Leine. Wir erwarten von unseren Basenjis, sich auf uns Menschen einzustellen, sind aber trotz unserer Intelligenz nicht in der Lage, uns auf normale hundliche Verhaltensweisen einzustellen! Wie soll es ein Basenji dann schaffen, sich auf uns einzustellen? Hunde untereinander halten ständig Blick- und Körperkontakt – dies stärkt und festigt die Bindung untereinander. Suchen Basenjis jedoch den Blickkontakt mit uns, so bemerken wir dies nicht einmal, und erziehen ihm damit dieses, für die Bindung essenziell notwendige Verhalten ab.

Auch die vielen, scheinbar zufälligen Kontaktberührungen, wenn unser Basenji an uns vorbeigeht nehmen wir nicht wahr und ignorieren diese. Die Bindung wird also von uns selbst mehr und mehr gelöst, ja der letzte Rest wird zerstört, wenn wir schimpfen, wenn der Hund erst nach dem 10. Rufen zu uns kommt. Hunde können nur 0,5 bis 1 Sekunde Ursache und Wirkung verknüpfen. Schimpfen wir in einer solchen Situation bezieht der Basenji dies nicht auf die neun Male bei denen er nicht kam, sondern er lernt: „ Wenn ich zurückkomme kann es unter Umständen Ärger geben “.Das Lernziel welches aber für eine gute Bindung angestrebt werden sollte ist folgendes: „ Wenn ich zurückkomme geschieht mir nichts Böses, ich habe Sicherheit und die tollsten Abenteuer erlebe ich ohnehin nur mit Herrchen.“

Eine schlechte Bindung fast immer vom Menschen gemacht!

Man muß die Bindung zwischen Mensch und Basenji verstärken, indem man auf die Signale des Basenjis achtet! Ignorieren sie diese nicht, sondern belohnen ihn für seine angeborenen Bindungssignale. Läuft der Basenji voraus und dreht sich um, dann halten sie ihm ein Leckerli hin und loben sie ihn, wenn er dann zu ihnen kommt. Der Hund wird sich mehr und mehr nach ihnen umdrehen. Nach einer gewissen Zeit sollte man die Gabe von Leckerlis dann reduzieren um auf eine variable Verstärkung dieses Verhaltens zu wechseln. Es ist erwiesen, dass Lerneffekte bei Hunden mittels variabler Verstärkung intensiver sind, als wenn die Belohnung verlässlich und immer kommt. Die Belohnung verliert sonst zunehmend an Reiz. Man kann auch wenn der Basenji abgelenkt ist einfach kommentarlos die Richtung wechseln. Sieht der Basenji einen dann an und kommt, dann wird er gelobt und mit Leckerli belohnt.

Was man jedoch niemals machen sollten ist sich einfach zu verstecken! Statt einer gefestigten, auf Vertrauen basierten Bindung schafft man Misstrauen und Kontroll- statt Kontaktblicke. Mit einem Kleinkind würde man dies auch nicht machen, denn es zerstört eine vertrauensvolle Bindung eher, als das es sie stärkt.
Berühren sie den Basenji im Vorbeigehen so wie er sie berührt und wie es unter Hunden üblich ist um die Zusammengehörigkeit zu stärken. Kommt er zu ihnen, so belohnen sie ihn mit Streicheln, streicheln Sie ihn, wenn er Ihre Nähe sucht.
Berühren und streicheln Sie Ihren Basenji aber auch dann, wenn Sie es gerade wollen! Ihr Basenji sollte sich immer und überall, zu jeder Tages-und Nachtzeit von Ihnen anfassen lassen!

Die Rennbahn

Eine gute Möglichkeit, einen Basenji auszupowern ist die Hunderennbahn.
Basenjis haben, wie schon beschrieben, einen extremen Jagdtrieb, der eigentlich nur auf der Rennbahn ausgelebt werden kann.
Der Basenji liebt es, auf der Bahn beim Rennen oder auf dem Feld beim Coursing dem künstlichen Hasen hinterherzujagen. Dabei ist es ihm egal, dass es sich bei dem Hasen zum Teil auch nur um ein paar Plastikbänder handelt. Sobald sich etwas bewegt, wird es gejagt!
Wer einmal den glücklichen Ausdruck seines Basenjis nach einer Rennrunde gesehen hat, wird seinem Liebling diesen Spaß immer wieder gönnen.
Auf der Seite des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbandes DWZRV sind alle Rennbahnen in Deutschland aufgelistet.
Wer nur just for fun seinem Basenji diesen Spaß gönnen möchte, geht einfach zu den Trainingszeiten auf eine Bahn seiner Wahl und lässt seinen Basenji dort in der Regel alleine laufen.
Wenn man Ambitionen hat, mit seinem Basenji auch einmal an offiziellen Rennen teilzunehmen und das Ganze etwas professioneller angehen will, dann sollte man als Laie das Training zusammen mit einem Trainer aufbauen. Der Basenji muss dann nämlich zwingend an eine Renndecke und einen Rennmaulkorb gewöhnt werden, damit es beim Laufen mit anderen Basenjis nicht zu Verletzungen durch Beißereien kommt! Dieses Training muss man langsam aufbauen, so dass der Basenji seinen Fokus nur auf den künstlichen Hasen hat und nicht etwa auf den potentiellen Nebenbuhler. Wenn der Basenji nämlich nicht sauber läuft, bzw. einen anderen Basenji während eines Rennens angreift, wird er disqualifiziert!
Wenn der Basenji dementsprechend trainiert ist, muss er eine Rennlizenz machen, um an offiziellen Rennen und Coursings teilnehmen zu dürfen!
Wie man diese Rennlizenz erwirbt, kann man auf der Seite des Basenjiklubs genau nachlesen!
Meine Mädels lieben die Rennbahn! So oft es meine Zeit erlaubt, ermögliche ich ihnen daher diesen großen Spaß!


Ausstellungen

Ich züchte sehr bedacht, mache mir sehr viele Gedanken über Linien und die  Verpaarungen und wie man an den Elterntieren der Msumari`s Würfe sehen kann, fahre ich zum Teil sehr weit, um einen für mich geeigneten Partner für meine Hündinnen zu finden und eine attraktive Verpaarung zu machen!
Verantwortungsvolle Zucht bedeutet nicht einfach Rüde und Hündin zu verpaaren! Man sollte den Standard der Rasse beachten, das Wesen der Elterntiere, die Gesundheit und nicht zuletzt sollte man die Linien, aus denen die Hunde stammen kennen!
Um im 1. Basenji Klub Deutschland von 1977 e.V. überhaupt züchten zu dürfen, muss man viele Voraussetzungen erfüllen.
Eine davon ist, dass der Basenji, mit dem gezüchtet werden soll, auf Hundeausstellungen einem Zuchtrichter vorgeführt wird und dort von diesem beurteilt wird. Ziel einer Ausstellung ist es, den Basenji zu ermitteln, der dem Rassestandard am ehesten entspricht, und zu schauen, ob der Hund für die Zucht in Betracht kommt.
Auf diesen Ausstellungen sind viele verschiedene Rassen und somit sehr viele Hunde vertreten. Das bedeutet viel Lärm, viel Input, viele Gerüche, alles ist sehr aufregend und  zugegebenermaßen bedeutet dies für einen Basenji, der dies nicht von klein auf kennt in der Regel großen Stress!
Aber wie bei allem im Leben eines Basenjis kommt es auch hier auf die Sozialisierung und die Gewöhnung von klein auf an!
Meiner Meinung nach, sind Ausstellungen ein sehr gutes Mittel, einen Basenji zu sozialisieren und auch in gewisser Hinsicht stressresistent zu machen!
Der Basenji ist auf einer Ausstellung vielen Situationen ausgesetzt, die man im normalen Alltag nicht so leicht trainieren kann, aber meines Erachtens sehr wichtig sind, damit der Hund lernt in solchen Situationen relaxed zu sein!
Auf einer Ausstellung sind viele Hunde, mit denen man sich vertragen muss, der Basenji wird dort von vielen fremden Menschen angefasst, er muss im Ring meist mit mehreren anderen Basenjis locker an der Leine laufen, er muss auf einem Tisch stehen, ohne in Panik zu verfallen und er muss sich die Zähne kontrollieren lassen, er muss auch mal Warten können und lernen nichts zu tun um nur ein paar Dinge zu nennen!
Meine Mädels sind auf Ausstellungen immer sehr relaxed, ganz egal, wie wir dort sind. Ob in Boxen, die ich mit einem speziellen Wagen zu Indoor-Ausstellungen ziehe, ob in einem kleinen Auslauf in einem Zelt bei Outdoor-Shows oder bei Rennveranstaltungen oder manches mal auch nur im Hundekörbchen, wenn wir nur kurz auf einer Show sind. Alles Situationen, die meine Basenjis kennen, an die ich sie langsam hingeführt habe und mit denen sie überhaupt kein Problem haben oder in denen sie gestresst sind!